No 4 - Macht die Landesbauordnungen holzbaufreundlich!

Holz ist ein nachwachsender, klimaneutraler Baustoff mit einer langen Tradition und vielversprechender Zukunft. Zu lange wurde Holz in der Bauwirtschaft zu wenig berücksichtigt. Deshalb müssen die Gesetzgeber handeln und Holz in den Landesbauordnungen priorisieren!

Wir können nachhaltiger bauen: Mit Holz!

Nachhaltigkeit wird heute aller Orten gepredigt, gefordert und doch nicht immer umgesetzt. Besonders deutlich wird das in der Bauwirtschaft. Stahl, Glas und Beton dominieren vor allem im mehrgeschossigen Hochbau das Feld, während es viele andere ressourcen- und energieschonendere Baustoffe gibt. Die Lösung liegt so nah und wächst im wahrsten Sinne des Wortes vor unserer Haustür: Holz!

Wie ist die Situation?

Aus der Historie heraus wurden die Anforderungen an den Feuerwiderstand von Bauteilen mit den Anforderungen an die Brennbarkeit von den verwendeten Baustoffen verknüpft. Deshalb kam es zu den holzfeindlichen Regelungen in den Landesbauordnungen. Aktuell haben nur Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen verstanden, dass Holz ein elementarer Bestandteil einer nachhaltigen Bauwirtschaft ist und ihre Regelungen geändert. Bereits 2015 hat die baden-württembergische Landesregierung die holzfreundlichste Landesbauordnung der Republik beschlossen. Holz spielt dort eine sehr zentrale Rolle. So wird es Bauherren u.a. durch kürzere Genehmigungsverfahren erleichtert, Häuser in Holzbauweise zu errichten. In Berlin wurde die Landesbauordnung 2018 Holzbau-freundlich novelliert. Hessen hat im gleichen Jahr eine neue Holzbaurichtline erlassen, die sich in der Bauordnung wiederfindet. Seit dem 01.01.2019 hat NRW gleichgezogen.

Doch Deutschland besteht aus 16 Bundesländern und es ist Zufall, wo der Bauherr bauen möchte Im Holzbau zeigt sich, wie mühsam der Weg für Innovationen im föderalen Deutschland ist, bis sie sich im Baurecht niederschlagen. Während es in den bereits genannten Bundesländern durch Anpassung der Landesbauordnungen nun einfacher möglich ist, mit Holz zu bauen, ist im Rest der Republik im Holzbau bürokratischer Hürdenlauf angesagt. Immerhin hat sich die neue brandenburgische Landesregierung in ihrem Koalitionspapier darauf verständigt, eine Holzbauinitiative zu starten und die Landesbauordnung zu novellieren. Das Gleiche wird von den Verantwortlichen in Thüringen gefordert.

Angesichts drängender Fragen im Klimaschutz stellt sich die Frage, warum nicht alle Bundesländer ihre Landesbauordnungen holzfreundlich gestalten, und zwar sofort.

Holz ist ein viel intelligenterer Werkstoff als landläufig gedacht wird

Massives Holz bietet mit seinen Materialeigenschaften beste Voraussetzungen für den Bau. Holz ist elastisch, leicht zu bearbeiten, aber dennoch stabil, belastbar und von hoher Lebensdauer. Hier hilft nur ein kurzes Nachdenken: Aus welchem Material sind vermutlich die ältesten Dachstühle in Deutschland errichtet worden? Die ältesten Holzfachwerkhäuser in Esslingen, Göttingen und Limburg/Lahn sind aus dem 13. Jahrhundert. Aus welchem Material sind die Grundgerüste von Fachwerkhäusern gebaut? Richtig: aus Holz!

Stattdessen behindert die Bürokratie auch heute noch in vielen Bundesländern den mehrgeschossigen Holzbau. Dabei zeigen nicht nur die Projekte wie das Holzhochhaus HoHo in Wien oder Holzhochhausprojekte in den USA oder Norwegen, was mit Holz im Bau alles möglich ist.

Wir sind überzeugt von Holz als Baustoff, deshalb fordern wir, dass alle Landesbauordnungen in Deutschland sich für die Zukunft entscheiden und bürokratische Schranken beim Holzbau endlich fallenlassen!