No 6 - Beruf Holz. Jetzt erst recht.

Wir fordern, dass die Berufsausbildung in Handel und Handwerk besonders gefördert wird. Nur mit qualifizierten Mitarbeitern ist sichergestellt, dass unser Mittelstand auch noch in 10 oder 20 Jahren seinem exzellenten Ruf gerecht wird. Wir brauchen mehr Macher!

Holz wollen alle haben, aber es fehlt die Förderung

Verbraucherinnen und Verbraucher freuen sich über Betten, Tische, Schränke oder Musikinstrumente, Küchen und Böden aus Holz. Sie erfreuen sich an der natürlichen Maserung hochwertiger Hölzer, lieben den Geruch von Holzbalken im eigenen Zuhause und schätzen die Stabilität und Dauerhaftigkeit von Massivholzmöbeln. Wir heizen mit Holz, bauen mit Holz, leben täglich mit Holz. Ist die große Beliebtheit des Materials nicht Grund genug, Ausbildungen zu fördern, die mit Holz zu tun haben?

Wir brauchen Holz als zukunftsfähigen, ökologisch sinnvollen Rohstoff

Holz ist ein ökologischer, CO2-neutraler Roh-, Brenn- und Baustoff, der nachwächst und als Wald in Deutschland zum natürlichen Bestandteil unserer Kulturlandschaft gehört. Der Anbau, die Nutzung und die Verarbeitung von Holz sind Bestandteil eines umweltbewussten Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Umso wichtiger ist es, dass wir Menschen dazu ausbilden, die auch in Zukunft mit diesem wertvollen Rohstoff sinnvoll und nachhaltig arbeiten können.

„Beruf Holz“: So vielfältig und lebendig ist keine andere Branche

Denken wir an Holz und die damit verbundenen beruflichen Möglichkeiten, eröffnet sich ein weites Spektrum an Berufsbildern. Es beginnt bei den Förstern, die unsere Wälder hegen und pflegen. Mit ihrer Arbeit legen sie die Grundlage für hochwertige Hölzer, die von der Holzwirtschaft nachhaltig geerntet und im Sägewerk weiterverarbeitet werden. Im Holzhandel wird das Naturmaterial schließlich an das Handwerk vertrieben. Ob Zimmerer, Dachdecker, Schreiner, Parkettleger oder Polsterer, sie alle arbeiten mit Holz. Dabei vertrauen sie auf ihre fundierte Ausbildung. Das Wissen wird im Holzhandwerk seit Jahrhunderten vom Meister auf den Lehrling und Gesellen übertragen. Jeder neue Schreinermeister, Zimmerermeister oder Dachdeckermeister steht heute in dieser langen und stolzen Tradition, die mittlerweile mit der Digitalisierung eine sinnvolle Ergänzung gefunden hat.

Holz lebt und schafft Zukunftsperspektiven! Und zwar im Handwerk. Deshalb muss es Förderungsmaßnahmen für den „Beruf Holz“ geben!

Wie stellen wir uns eine Förderung vor?

Berufe im Holzsektor sind zukunftssicher, weil Holz ein wichtiger Bestandteil in nahezu allen Lebensbereichen ist. Letztlich entscheidet der Zustand unserer Wälder nicht nur darüber, wie wir weiterhin mit Holz wirtschaften können, sondern wie es um unser Klima bestellt ist.

Für das Handwerk werden verstärkt Experten und Macher gebraucht, die in ihrer Freude und Leidenschaft für das Thema Holz gestärkt werden. Sie sind unsere Zukunft.

Wie soll die Förderung aussehen?

  • Finanzielle Zuschüsse für die Meisterausbildung: So wird es zum einen für Handwerker attraktiver, später selbst ausbilden zu können. Zum anderen gibt es für künftige Auszubildende neue Anreize einen Beruf in der Holzbranche zu erlernen. Zuschüsse für die Meisterausbildung erfüllen somit einen doppelten Zweck.
  • Nullprozentfinanzierung bei einer Unternehmensübernahme: Wollen wir weiterhin zuschauen, wie traditionelle Handwerksbetriebe zugunsten großer Ketten und Konzerne verschwinden? Wie der Mittelstand kleiner wird? Viele Menschen mit Ideen und dem Willen, etwas zu bewegen, werden durch die Zinslast vor der Übernahme von Betrieben abgeschreckt. Mit einer Nullprozentfinanzierung wäre es für Meister attraktiver, einen Betrieb auch wirklich zu übernehmen.
  • Imageförderung von Holz-Berufen: Die Holzbranche ist so vielfältig. Doch in der Bevölkerung besteht dafür kaum ein Bewusstsein. Zu sehr sind viele Verbraucher durch Discounter und große Baumärkte sowie Möbelmärkte vom Holz und den damit verbundenen Traditionsberufen entfremdet. Mit attraktiven Imagekampagnen lässt sich diesem Manko aktiv begegnen. Diese Kampagnen sollten bereits in den Schulen beginnen. Denn gerade beim Nachwuchs ist es wichtig, das Interesse für Holz-Berufe zu wecken.

Holz muss vom Wald zum Sägewerk zum Handel zum Handwerk und zum Endkunden transportiert werden und das selten mit dem Paketdienst. Wir sind angewiesen auf gut ausgebildete LKW-Fahrer angewiesen und brauchen auch hier Unterstützung: Der Führerschein muss wieder billiger werden, Verwaltungsaufwand im Verkehrswesen entrümpelt, Arbeitsagenturen sollen Kosten bei Langzeitarbeitslosen übernehmen.