Fachdialog "Urbaner Holzbau"

Expertenforum

Bis vor drei Jahren wurde der nachwachsende Baustoff Holz bei öffentlichen Baumaßnahmen in der Hauptstadtregion kaum genutzt. Mittlerweile hat das Land Berlin starke Impulse für den Holzbau gesetzt, um Klima und Ressourcen zu schonen. Auf dem 5. gemeinsamen Fachdialog „Urbaner Holzbau“ stellten die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) erreichte Ziele und weitere Projekte vor. Sieben Referierende zeigten auf, wie sich verbleibende Herausforderungen fachlich meistern lassen – diesmal virtuell. 

Berlin ist inzwischen Modellstadt für die Beschaffung von nachhaltigen Baustoffen für öffentliche Bauvorhaben. Zu verdanken ist dies dem Land Berlin und den entsprechenden Eckpunkten der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU). Sie stellt bei öffentlichen Baumaßnahmen ambitionierte Nachhaltigkeitsanforderungen und bestimmt, dass der Baustoff Holz bevorzugt eingesetzt werden soll.  

Damit Planer, Architekten, Bauherrn, Behördenvertreter und Holzbaufirmen den ehrgeizigen Anforderungen zugunsten des Klima- und Ressourcenschutzes nachkommen können, organisierten die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) bereits zum fünften Mal gemeinsam einen Fachdialog. Die kostenfreie, von der Architektenkammer Berlin anerkannte Bildungsveranstaltung fand am 30. Oktober aus gegebenem Anlass virtuell statt. Das tat der Beteiligung keinen Abbruch, im Gegenteil. „Mit 190 Teilnehmenden konnten wir deutlich mehr Fachleute zulassen, als es jeweils 2017 bis 2019 in unseren Räumlichkeiten im Verbändehaus möglich war“, bilanziert Dr. Katharina Gamillscheg, Mitinitiatorin und stellvertretende Geschäftsführerin des GD Holz. Da sich 175 von ihnen schon jetzt für den nächsten Fachdialog 2021 interessierten, will sie 2021 einen hybriden Zugang ermöglichen. Gamillscheg: „Unabhängig davon, ob wir uns im Mai 2021 vielleicht wieder persönlich begegnen können, möchten wir die Fachvorträge auch digital übertragen.“  

„Ein gutes Jahr für den Holzbau in Berlin“ 

Stefan Tidow, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin unterstrich eingangs die politische Bedeutung des Fachdialoges sowie der vom Land initiierten Maßnahmen. Weil jedes verbaute Kilogramm Holz die Atmosphäre zeitlebens um rund 1,8 kg Kohlenstoffdioxid (CO2) entlastet und weil in Berlin eifrig mit Holz gebaut wird, konnte Tidow festhalten: „2020 war in der Hauptstadtregion für den nachhaltigen Baustoff Holz ein weiteres gutes Jahr.“ So werden derzeit neun neue Kitas sowie neun Typensporthallen in Holzbauweise errichtet. Darüber hinaus soll eine Vielzahl von modularen Schulergänzungsbauten in den nächsten vier Jahren in Holzbauweise realisiert werden. Mindestens zehn Holzbauschulen – mit der Option auf 22 weitere Schulen – wurden beauftragt. 

Tidow mahnte gleichzeitig, dass dies immer noch keinen Durchbruch auf breiter Front darstelle: „Angesichts der vom Berliner Senat beschlossenen Klimanotlage sehe ich insbesondere beim Wohnungsbau ein großes bisher nicht genutztes Potential.“ Den sechs kommunalen Wohnungsbauunternehmen käme eine wichtige Vorbildfunktion zu, um die private Bauwirtschaft auf den „Holzweg“ zu führen. Holzbaupotential sieht Tidow genügend: Das Land Berlin entwickelt in den nächsten Jahren über 16 neue Quartiere wie z. B. das Schumacher Quartier auf dem Gelände des Flughafens Tegel. 

Vorbehalte sind praktischen Umsetzungsfragen gewichen 

Vor einigen Jahren ging es für viele Architekten und Planer noch um die grundsätzliche Frage, ob Holz- und Holzhybridbauten im urbanen Umfeld eine Zukunft haben. Inzwischen interessiert sich das Fachdialog-Auditorium für die ganz praktischen Umsetzungsfragen. Wurden zuletzt vor allem Vorbehalte bezüglich des Brandschutzes ausgeräumt, widmeten sich die sieben Vortragenden diesmal vorrangig der Gebäudeplanung, dem Innenraumklima, dem Potenzial von Laubhölzern im konstruktiven Bereich sowie der FSC- und PEFC-Zertifizierung in Theorie und Praxis. Die Vorstellung eines digitalen Holzbau-Atlanten rundete das Themenspektrum ab.  

Die vollständige Pressemitteilung bieten wir hier zum Download an.

Die Vorträge und Videomitschnitte bieten wir hier zum Download an:


Ausgewiesene Experten äußerten sich zu aktuellen Fragestellungen rund um den Bau mit dem nachhaltigen Werkstoff Holz, die Vortragsfolien finden Sie hier:

Der Holzbau als Beitrag zu Nachhaltigkeitsanforderungen in Berlin
Herr Merten Welsch
Dipl.-Ing. Architektur
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
(BBR)

Vortragsfolien herunterladen

Video zum Vortrag


Optimierte Planungsprozesse für Holzbau
Herr Prof. Eike Roswag-Klinge
ZRS Architekten GvA mbH

Vortragsfolien herunterladen

Video zum Vortrag


Schadstoffarme Baustoffwahl – Herausforderungen für ein „gesundes“ Innenraumklima
Herr Dipl.-Ing. Ulrich Bauer
Architekt und Baubiologe
Vorsitzender des Verbandes Baubiologie e. V.

Vortragsfolien herunterladen

Video zum Vortrag


Potenziale des Bauens mit Holz
Frau Dr. Heidi Mittelbach
Intep – Integrale Planung GmbH

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Video zum Vortrag


FSC®– und PEFC-Zertifizierung – leichter als gedacht
Herr Diplom-Holzwirt Ulf Sonntag
Ulf Sonntag Consulting

Vortragsfolien herunterladen

Video zum Vortrag


Anforderungen an nachhaltige Baustoffe, z. B. Holz
Herr Heiko Seen
HOLZUNION Timber Construction Group

Video zum Vortrag


Holzbau Atlas Berlin-Brandenburg
Frau Kim Gundlach
Natural Building Lab

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Video zum Vortrag

Nächster Termin:
6. Fachdialog
Urbaner Holzbau
06.05.2021 digital

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