Freitag, 24.01.2020

Statement des GD Holz: Der Baum als "fühlendes Wesen" ist eine romantische "Fantasie"


Am 23.01.2020 kommt der Film „Das geheime Leben der Bäume“ von und mit Peter Wohlleben in die deutschen Kinos. Dieser basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des Autors aus dem Jahr 2015. Im Buch werden in einer für Laien gut verständlichen Sprache komplizierte Zusammenhänge im Ökosystem Wald dargestellt. Leider wird aber an vielen Stellen zu stark vereinfacht und ein romantisiertes Bild der biologischen Vorgänge gezeichnet. Eine Reihe von renommierten deutschen Wissenschaftlern kritisiert häufig auftretende Halbwahrheiten, unsauber recherchierte Fakten und Mutmaßungen. Dies gipfelt darin, dass der Autor selbst schreibt, dass „wir schon unsere Fantasie bemühen müssen, um wenigstens eine leise Ahnung davon zu bekommen, was in Bäumen vorgeht“ (Wohlleben 2015, Seite 204).

Entsprechend „fantasievoll“ sind die Botschaften des Filmes. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. begrüßt, dass der Themenkomplex Wald und Klimawandel in der öffentlichen Diskussion angekommen ist. Wir rufen jedoch dazu auf, Veröffentlichungen wie diese kritisch zu hinterfragen.
Wer einen großflächigen Einschlagstopp in den nachhaltig bewirtschafteten deutschen Wäldern fordert, vergisst den enorm wichtigen Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz. Wälder entziehen der Atmosphäre große Mengen an CO2 und speichern dieses in Form von Kohlenstoff. Durch Verrottung von Holz werden jedoch große Mengen des gespeicherten Kohlenstoffs wieder frei. Bei der stofflichen Verwendung von Holz, z.B. in Holzhäusern, Möbeln oder Holzfußböden, bleibt der Kohlenstoff über einen langen Zeitraum gebunden während neue Bäume nachwachsen können und wiederum CO2 binden. Zusätzlich kann Holz klimaschädliche Materialien wie Stahl, Beton, Ziegel oder Kunststoffe ersetzen, wodurch der Ausstoß von Treibhausgasen vermieden wird.