09.10.2018

Stellungnahme des GD Holz zum Bericht des SWR/Report Mainz

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Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) widerspricht dieser Auf-fassung:
Die Ware wurde 2017 verkauft, die entsprechende Sorgfaltspflicht des Importeurs wurde durchgeführt und damit ist das Holz legal im Binnenmarkt. Eine folgende Prü-fung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ergab keine Hin-weise auf illegalen Einschlag. Seitens der Redaktion wurde kein Nachweis dafür vorgelegt, dass der 2017er Import von der zuständigen Überwachungsbehörde als illegal definiert worden ist.
Zitiert wird lediglich eine Position der BLE aus dem Folgejahr 2018. Die BLE stellt 2018 fest, dass ein EUTR-konformer Import von Holz aus Myanmar derzeit kaum möglich ist. Das bedeutet kein generelles Importverbot, sondern nur sehr hohe Anforderungen an die Belastbarkeit von Dokumenten im Rahmen der Sorgfaltspflicht.

Die BLE führt aus, dass dies insbesondere für Lagerware aus Alteinschlag gilt, nicht aber für frische Ware, die nach einem Einschlagstopp eingeschlagen wird – hierfür müssen neue Erkenntnisse gesammelt werden.

Festzuhalten ist, dass die 2017 importierte Ware aus Myanmar den Prozess der Sorgfaltspflicht durchlaufen hat und damit als legal innerhalb des EU-Binnenmarktes gilt. Die Auffassung der BLE, dass EUTR-konforme Ware aus Myanmar derzeit kaum importiert werden kann, datiert erst von 2018. Damit handelt es sich bei der Behauptung, das verbaute Tropenholz sei illegal, um eine Aussage ohne Beweiskraft.

Fünf Jahre nach Inkrafttreten der europäischen Holzhandelsverordnung hat sich das System der Sorgfaltspflicht beim europäischen und deutschen Importhandel etabliert und wird regelmäßig geprüft. Der Nachweis der Legalität in der Sorgfaltspflicht ist bei Importen aus Ländern wie Myanmar sehr anspruchsvoll, weil nicht nur Dokumente in der Lieferkette berücksichtigt werden müssen, sondern darüber hinaus die politischen Verhältnisse im Lande und eine Verifizierung von Dokumenten und Legalität von unabhängigen Dritten Berücksichtigung finden müssen. Dies ist für die Importeure mit einem hohen bürokratischen und finanziellen Aufwand verbunden.

Von einem generellen Importstopp zu sprechen, hält der GD Holz auch deswegen für falsch, weil es im Interesse Deutschlands und Europas liegen sollte, die wirt-schaftlichen Strukturen in den Partnerländern in Südostasien oder auch in Afrika zu stärken. Dazu ist in vielen dieser Länder ein Prozess zur Entwicklung und zum Nachweis legaler und nachhaltiger Forstwirtschaft angestoßen und zum Teil weit entwickelt, sei es durch den FLEGT-Prozess der Europäischen Union oder durch Zertifizierungsbestrebungen.
Myanmar gehört zu diesen Ländern und bedarf daher der wirtschaftlichen Unterstützung im Rahmen eines fairen und nachhaltigen Handels.

Berlin, 9. Oktober 2018

Stellungnahme des GD Holz zum Bericht des SWR/Report Mainz „Segelschulschiff Gorch Fock wird mit verbotenem Tropenholz restauriert“ vom 25.09.2018

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