05.02.2019

Nutzung von Tropenholz trägt zum Waldschutz bei

Vor allem im Außenbereich ist robustes Holz gefragt. Harte tropische Hölzer sind deshalb für Fassaden, Terrassendielen, im Wasserbau und für Gartenmöbel bestens geeignet, da sie von Natur aus gegen Pilze und Fäulnis resistent sind.

Wegen der oft hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur in den tropischen Wäldern sind dort die Bäume gegen Pilzbefall und Fäulnis besonders gewappnet: Harze, besondere Inhaltsstoffe und eine extreme Holzhärte schützen die Bäume im dauerfeuchten Tropenklima. Dieses langjährige „Survival Training“ macht das Material auch für spätere Aufgaben widerstandsfähig. Seit vielen Jahren bewähren sich Tropenhölzer deshalb vor allem im Garten: Terrassendielen, Gartenmöbel und Poolumrandungen sind typische Einsatzgebiete für Holzarten wie Teak, Cumaru und Garapa.

Die Gesamtzahl der tropischen Baumarten wird auf bis zu 53.000 Arten geschätzt. Davon sind erst etwa 10.000 erforscht und nur rund 120 werden gehandelt. Die Holzfarben, -qualitäten und -eigenschaften unterschieden sich zum Teil stark, doch viele tropische Laubhölzer beeindrucken durch ihre hohe Dauerhaftigkeit. Diese harten Holzarten erfüllen die strengen Kriterien der Dauerhaftigkeitsklasse 1, die in der EU besonders haltbare Holzarten auszeichnet (DIN EN 350). Mit Ausnahme der Robinie erreichen heimische Hölzer diese Dauerhaftigkeitsklasse nicht. Die Vorteile von Tropenholz liegen auf der Hand: Langlebigkeit und Ästhetik ohne eine zusätzlich notwendige Behandlung.

Auch dort, wo schöne Hölzer mit auffälligen Farben und Maserungen zum Einsatz kommen, also zum Beispiel im Möbelbau als Furniere, sind Tropenhölzer beliebt. Da es in den Tropen keine klar unterschiedenen Jahreszeiten gibt, bilden die Bäume dort keine Jahrringe im eigentlichen Sinne aus. Das Aussehen des Holzes unterscheidet sich deshalb stark von den hiesigen Holzarten und umfasst eine breite Farbpalette. Ipé und Teak sind wohl die bekanntesten Arten. Wer jedoch das Ungewöhnliche sucht, findet mit unbekannteren Arten wie Angelim Vermelho, Mirindiba, Mora und Purpleheart sehr ästhetische Alternativen.

Legalität und Nachhaltigkeit

Global wird immer wieder versucht, illegal geschlagenes Holz auf den Markt zu bringen – sei es durch Schmuggel, Fälschung der Lieferpapiere oder Korruption. Die Europäische Union (EU) hat deshalb die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) verabschiedet, die bereits seit 2013 von jedem holzimportierenden Unternehmen Nachweise zum Ausschluss illegal geschlagenen Holzes fordert. Holz, das ab 2013 in die EU importiert wurde und dort gehandelt wird, hat eine Sorgfaltspflicht durchlaufen und stammt nachweislich aus legalen Quellen. Diesen Prozess unterstützt auch der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz): Die GD Holz Service GmbH ist akkreditierte Monitoring Organization gemäß EUTR.

Mit der Initiative „Use it or lose it“ fördert der GD Holz zugleich die nachhaltige Nutzung von tropischen Hölzern. „Wir sind überzeugt, dass der Wald für die Bevölkerung vor Ort eine bessere Einnahmequelle ist, als die Rodung der Bäume für Sojaplantagen und Monokulturen. Der Walderhalt dient also nicht nur der wichtigen Holznutzung, sondern auch dem Erhalt der örtlichen Lebensgrundlage als lokale Quelle für Rohstoffe, Nahrung und Arzneien“, erklärt Nils Olaf Petersen, Abteilungsleiter Außenhandel des GD Holz.

Der Anspruch an die Nachhaltigkeit führt weiter als die Vorgabe der Legalität, denn unter Umständen erfolgt die Holzernte vor Ort zwar mit Genehmigung einer Behörde, erfüllt jedoch nicht die Anforderungen eines nachhaltig bewirtschafteten Waldes. Anerkannte Zertifizierungssysteme wie zum Beispiel PEFC, FSC® und viele andere verbessern durch zusätzliche Bewirtschaftungsvorgaben die Waldbewirtschaftung im Sinne der Nachhaltigkeit.

Wer kauft, entscheidet

Somit haben auch die Verbraucher den Tropenwaldschutz in der Hand. Sie können etwas gegen den Waldverlust tun, indem Sie beim Kauf von Tropenholz die Nachhaltigkeitssiegel beachten. In nachhaltig bewirtschafteten Wäldern werden nur ausgewachsene Bäume gefällt, junge Bäume geschützt und alte samentragende Bäume erhalten. Dadurch regeneriert sich der Wald immer wieder selbst und stellt so eine langfristige legale Einkommensquelle für die einheimische Bevölkerung sicher. Die „grüne Lunge“ der Erde mit ihrer artenreichen Flora und Fauna bleibt nur durch nachhaltige Nutzung erhalten. Es ist aber auch wichtig, keinen Nutzungsverzicht zu üben und sich dadurch im sicheren Glauben zu wähnen, ohne Nutzung würde nicht gerodet. Das ist ein Trugschluss, denn ohne eine nachhaltige Nutzung verlieren die Waldflächen schnell an Wert und werden dann erst recht in andere Nutzungsformen umgewandelt.

Bild- und Videomaterial:

Auf YouTube bietet die Initiative USE IT OR LOSE IT! Informationen zum Thema.

Link: https://youtu.be/Kpsu1Elbm00

 

Berlin, 5. Februar 2019

 

Nutzung von Tropenholz trägt zum Waldschutz bei

 

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