Tropenholz aus legalem Einschlag

Die Durchführung der Sorgfaltspflicht im Sinne der europäischen Holzhandelsverordnung bedeutet für alle Beteiligten einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Wenn die Verordnung erfolgreich umgesetzt ist, kann man für den Geltungsbereich der Holzhandelsverordnung davon ausgehen, dass keine illegale Ware mehr in den Binnenmarkt importiert wird. Zusammen mit den Anstrengungen der EU-Kommission im FLEGT-Prozess können somit auch Auswirkungen in den Lieferländern dahingehend erreicht werden, dass Bewusstsein und Sensibilität für legalen Einschlag und Nachhaltigkeit gestärkt werden. Das liegt im Interesse der Umwelt, aber auch des heimischen Holzverbrauchers. Er kann nach erfolgter Sorgfaltspflicht bei den Sortimenten der Holzimporteure im GD Holz davon ausgehen, dass die Ware ausschließlich aus legalen Quellen stammt!

Der Holzimport erhofft sich insbesondere beim Handel mit tropischen Hölzern einen Imagewandel. Legal und nachhaltig erzeugte und importierte Hölzer tropischer Herkunftsländer sollen sich wieder einer zunehmenden Nachfrage des Verbrauchers erfreuen. Den Prozess von legaler und nachhaltiger Holzerzeugung in den Ursprungsländern unterstützt der Außenhandel im GD Holz uneingeschränkt. Weltweit wird die Zahl der sensiblen Abnehmerländer zunehmen, da es ähnliche Regelungen wie die Holzhandelsverordnung bereits seit längerem in den USA gibt und in anderen Teilen der Welt in Vorbereitung sind. Das wird dazu führen, dass das Bewusstsein für legale und nachhaltige Forstwirtschaft weltweit deutlich wachsen wird.

Was ist der FLEGT-Prozess?

FLEGT steht für „Forest Law Enforcement, Governance and Trade“ und ist ein seit 2003 bestehender Aktionsplan der Europäischen Union. FLEGT zielt darauf ab, über Politikgestaltung und Rechtsdurchsetzung im Fortsektor weltweit mehr legales und idealerweise auch nachhaltig geschlagenes Holz und daraus hergestellte Waren zur Verfügung stellen zu können. Illegaler Einschlag wird durch FLEGT bekämpft, indem die EU den im Prozess befindlichen Ländern Hilfestellung beispielsweise beim Erstellen einer eigenen Forstgesetzgebung und der Etablierung eines Forstmanagements gibt. Auch dient FLEGT dazu, den Handel mit den FLEGT-Ländern anzukurbeln, denn am Ende des FLEGT-Prozesses kann ein beteiligtes Land mit der EU ein freiwilliges Partnerschaftsabkommen unterzeichnen (VPA – Voluntary Partnership Agreement). Das VPA bescheinigt dem Land die Einhaltung sämtlicher legislativer Vorschriften und deren Umsetzung und Kontrolle im Forst, sodass jedwede Holzlieferung des VPA-Landes bei der Einfuhr in die EU als legal geschlagen und produziert betrachtet wird. An dieser Stelle entsteht der Brückenschluss zur EUTR, denn Lieferungen aus Ländern mit abgeschlossenem VPA benötigen keine weitere Prüfung im Zuge der Sorgfaltspflicht.

Eine aktuelle Übersicht über den Fortschritt von FLEGT in den einzelnen Ländern sehen Sie hier:

www.flegt.org

Den Status der einzelnen Länder, die sich bereits im VPA-Prozess befinden sehen Sie hier:

http://www.euflegt.efi.int