Nachhaltigkeit

Das heute überall bekannte und geforderte Prinzip der Nachhaltigkeit hat seine Ursprünge im frühen 18. Jahrhundert. 1713 wurde „nachhaltige Nutzung“ als Begriff von dem sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz in seinem für die Forstwirtschaft und Kameralistik grundlegenden Werk „Sylvicultura oeconomica“ eingeführt. Von Carlowitz forderte eine nachhaltende Waldbewirtschaftung, bei der nicht mehr Holz geerntet wird, als auch wieder nachwächst.

Auf Grund der großen Bedeutung und Nutzung der Wälder gerieten die mitteleuropäischen Forste spätestens im 18. Jahrhundert durch massiven, unkontrollierten Holzeinschlag unter großen Druck. Stollennutzung, Viehzucht  und andere menschliche Aktivitäten führten dazu, dass die Waldfläche des deutschen Reiches schätzungsweise auf rund ein Viertel seiner ursprünglichen Ausdehnung dezimiert worden ist. In dem Werk von Carlowitz wird zum ersten Mal beschrieben und auch verdeutlicht, dass die langfristige Nutzung der Natur durch den Menschen nur aufbauend auf den Gedanken des sparsamen und nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen durchführbar ist. Er führte aus, dass der Anbau von Holz auf Beständigkeit und Kontinuität auszurichten ist. Und das unter Berücksichtigung der Standortqualitäten Klima, Boden, Flächengröße und Holzmenge.

Heutzutage ist rund ein Drittel des gesamten Bundesgebietes bewaldet. Damit besitzt Deutschland eine Gesamtwaldfläche von ca. 11,4 Mio. ha. Nach der letzten Bundeswaldinventur ist der Holzvorrat in Deutschlands Wäldern so hoch wie nie zuvor – innerhalb von 10 Jahren ist er bis 2012 um 7 % angestiegen.  Mit einem Vorrat von 336 m³ pro ha liegt Deutschland nach Österreich und der Schweiz an der Spitze der europäischen Länder. Mit Ausnahme der Fichte sind die Vorräte der einzelnen Baumarten angestiegen, bei der Kiefer um 8 %, bei der Buche um 10 % und bei der Eiche um 16 %.

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