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Radiata Pine


Kurzzeichen DIN EN 13556 PNRD
Radiata Pine 1
Botanische Bezeichnung
Verbreitung Kalifornien (USA und Mexiko) Pinus radiata ( = P. insignis); Familie der Pinaceen
Weitere Handelsnamen Insignis Pine, Monterey Pine, Pino insignis, Radiata Kiefer

Kurzbeschreibung

Von den zahlreichen Kiefernarten, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgbietes kultiviert werden, nimmt die nach ihrer botanischen Artbezeichnung genannte Radiata Pine eine Sonderstellung ein. Sie besitzt in ihrer kalifornischen Heimat ein nur sehr begrenztes Vorkommen und ist dort ohne wirtschaftliche Bedeutung. - Anbauversuche, vor allem in Australien, Chile und Neuseeland, ergaben so ungewöhlich hohe Wuchsleistungen, dass seit Jahrzehnten die Radiata Pine die wirtschaftlich bedeutendste Holzart wurde, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes angebaut wird. Aufgrund des besonders schnellen Wachstems in den oben genannten Anbaugebieten können Jahrringe von mehreren Zentimetern Breite und, dadurch bedingt, Splintstärken von 15 cm und mehr entstehen, die sehr unterschiedliche Zuwachssturkturen mit entsprechend variierenden Eigentschaften hervorrufen.

Stammform

Astfreie Längen in alten Kulturen bis 25 m, mit Durchmessern bis 1 m; aus jüngeren Kulturen stammend, wie z.B. das zur Zeit importierte Holz, nur bis 0,4 m Stärke und häufig astig; vereinzelt drehwüchsig.

Farbe und Struktur

Splintbreite in Abhängigkeit von der Jahrringbreite sehr variabel, aber selten geringer als  15 cm , weiß bis gelblich weiß und am Licht deutlich vergilbend; oft durch Pilzbefall verfärbt. Kernholz hellbraun bis blaß rötlichbraun, nur bei starken Durchmessern vorbanden. -

Porenlos (Nasdelholz). Markstrahlen klein und, wie bei einheimischen Nadelhölzern auch, nur als feine Spiegel auf radialen Spaltflächen noch gut erkennbar. Speicherzellen nicht wahzunehmen. Harzkanäle auf glatten Querschnitten als helle, feine Punkte erkennbar, auf Längsschnitten sich oft als mehrere Zentimeter lange, zunächst hellbraune und später als fast schwarze Linien abzeichnend.

Jahrringe in Abhängigkeit vom Wachstum durch ein verschieden breites und unterschiedlich scharf abgesetztes, braunes Spätholz nimmt mit zunehmender Breite des Jahrringes liegt (bei Durchmessern bis 40 cm) meist über 1 cm bis 2 cm und kann nahe der Markröhre mehr als 3 cm betragen. Aufgrund der häufig ungwöhnlich breiten Jahrringe erscheinen Spätholzstreifen (radial) und Fladern (tangential) in meist nur weiten, das Holzbild weniger beeinflussenden Abständen. In Marknähe liegen häufig in Abständen von 1 bis 2 m quirlförmig angeordnete Äste (Queräste) von 2 bis 4 cm Stärke.

Gesamtcharakter

Hellfarbiges Kiefernholz mit meist breiten Zuwachszonen und schwächer ausgebildetem Spätholz, das keinen oder einen nur geringen Kernholzanteil aufweist, ähnlichgrobjährigen Qualitäten des Carolina-Pine.

Handelsformen

Rundholz berindet (nach der chilenischen Exportsortierung P1 - P4) ab 4 m bis 12 m Länge und in Stärken von 15 (Zopf) bis 40 cm; zur Zeit überwiedend 20-30 cm stark. Schnittholz als Balken (Bassa) und Bretter in allen Standardabmessungen, teils gegen Bläue behandelt.

Eigenschaften

Radiata Pine ist demnach in den jetzt marktgängigen Qualitäten ein überwiegend leichtes Nadelholz mit Festigkeitseigenschaften geringer als Kiefernholz von Pinus sylvestris. Der Einschnitt bereitet keine Schwierigkeiten; beeinträchtigend kann eine starke Astigkeit und ein oft damit verbundener höherer Harzgehalt sein. Das trockene Holz ist durch die breiten sowie weichen Frühholzpartien druckempfindlich und erfordert scharfe Werkzeuge, um ein Wolligwerden dieser Flächen zu vermeiden. In diesen Zonen ist die Schraub- und Nagelfestigkeit beeinträchtigt. Verleimungen halten gut. Die Schwind- und Quellmaße entsprechen denen von einheimischen Kiefernhölzern, woraus sich ein befriedigendes bis gutes Stehvermögen bei geradem Faserverlauf ergibt.
Die Trocknung verläuft überwiegend schnell, wobei es zu feinen Oberflächenrissen und bei Ästen zu stärkerer Rißbildung kommen kann; bei Freilufttrocknung, besonders bei sommerlichen Temperaturen, besteht erhöhte Bläuegefahr.
Radiata Pine ist, soweit aus Splint bestehend, anfällig für Pilzbefall und entsprechend einheimischem Kiefernholz-Splint gut tränkbar.

Gewicht frisch 800-850 kg/m³
Gewicht darrtrocken 430 kg/m³
Druckfestigkeit u12-15 40 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15 110 N/mm²

Oberflächenbehandlung

Das Splintholz ist sehr aufnahmefähig und kann mit allen Präparaten behandelt werden. Vorher ist, um einem Harzaustritt vorzubeugen, eine Vorbehandlung mit einem Lösungsmittel erforderlich. - Für eine eventuelle Außenverwendung sind wegen der Pilzanfälligkeit und der möglichen Bildung von Oberflächenrissen tiefwirksame Techniken und Schutzmittel anzuwenden.

Verwendungsbereiche

Entsprechend der breiten Jahrringe und der Astigkeit für Kisten, Paletten, Schalware, Zellstoff, Span- und Faserplatten sowie zusammengesetzte Blindhölzer; ausgesuchte Qualitäten mit geringerer Jahrringbreite und Astigkeit für Profilbretter, für geringer beanspruchte Treppen und Fußböden.

Austauschhölzer

Für grobjährige und splintreiche Nadelhölzer.

Literatur

Anonymus: Boletin Informativo No. 9. corporacion chilena de la Madera, Santiago 1976.
Anonymus: A Handbook of Softwoods. D.S.I.R. London 1956.
Anonymus: Libro del Arbol. Celulosa Argentina, Buenos Aires 1977.
Dahms. K.-G.: RadiataPine-eine Wunderkiefer? Holzzentralblatt Nr. 100, Stuttgart 1978.
Gottwald. H.: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag, Hamburg 1958.
Nock, H. P., und Böttcher. P.: Radiata-Pine-Rundholz aus Chile. Holzzentralblatt Nr. 129, Stuttgart 1978.

Bilder Radiata Pine 1 Radiata Pine 2

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