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Amerikanischer Kirschbaum


Kurzzeichen DIN EN 13556 PRSR
Botanische Bezeichnung Prunus serotina, Familie der Rosaceen
Verbreitung Natürliche Verbreitung: USA, nördliches Mittelamerika
Weitere Handelsnamen Kirschbaum, Amerikanisch K.; Black Cherry (USA); Capuli (Mex.).

Kurzbeschreibung

Seit den zunehmenden Ansprüchen bei der Ausstattung des Wohnbereiches ist Kirschbaum der Vertreter eines besonderen Holztyps: eines Holzes von lichter Färbung mit feiner Porung, das trotz seiner Helligkeit nicht farblos wirkt und das trotz seiner Feinporigkeit noch genügend Struktur besitzt, um bei jeder Verarbeitungsform und jeder Größe des Gegenstandes einen typischen, aber nicht aufdringlichen Holzcharakter zu zeigen. So ist es verständlich, daß Kirschbaum immer dann bevorzugt wird, wenn ein Möbelstück sich durch gediegene sowie ausgeglichene Formen auszeichnet, die dem Holz neben technischen Funktionen auch eine schmückende Wirkung ermöglichen, wie z. B. bei den Möbeln der Biedermeierzeit. Da durch das mehr ausgewogene als auffällige Holzbild ein Sattsehen oder ein Überhaben vermieden wird, können diese Vorzüge zu einem so hohen Bedarf an Kirschbaum führen, daß dieser nicht immer mit den benötigten Qualitäten gedeckt werden kann. Aus diesem Grunde wurden schon früher, neben Kirschbaumholz, auch andere helle Hölzer verwendet. Heute werden zunehmend neue, aber ähnlich strukturierte Holzarten, oft nach einer farblichen Anpassung, großflächig oder in Teilen, als Austausch für Kirschbaum eingesetzt.

 

Kirschbaum (echte Kirschhölzer)

Unter diesem Namen wurde ursprünglich nur das Holz des vor allem in Europa als Fruchtbaum kultivierten oder wild vorkommenden Kirschbaumes (Prunus avium) bezeichnet. Seit auch andere Arten der gleichen botanischen Gattung mit einem entsprechenden Holzbild importiert werden, wird die Bezeichnung Kirschbaum, oft in Verbindung mit dem Herkunftsgebiet, auch für diese Hölzer verwendet. Von diesen hat sich nur der in Amerika vorkommende Amerikanische Kirschbaum oder Black Cherry (Prunus serotina) bewährt, der in Europa schon häufig gärtnerisch oder forstlich kultiviert und dann als Traubenkirsche bezeichnet wird, während in Ostasien vorkommende Arten noch keinen festen Markt fanden.

Stammform

Wie bei europäischem Kirschbaum, jedoch auf guten Standorten häufiger bis 10 m astfrei und über 0,60 m stark.

Farbe und Struktur

Splint blaß bräunlich bis gelblichweiß und 2 bis 4 cm breit. Kernholz deutlich abgesetzt, hell gelblichbraun bis braun und häufig mit mattem Glanz; Kernholz rötfichbraun nachdunkelnd, oft deutlich stärker als europäischer Kirschbaum. Struktur wie bei europäischem Kirschbaum mit meist feinerer Porung und etwas dichterer Oberfläche.

Gesamtcharakter

Wie europäischer Kirschbaum mit häufig dunklerer Färbung.

Abweichungen

Wie europäischer Kirschbaum mit Farbfehlern, teils wolligen Verfärbungen und stärker ausgebildeten Gummiadern.

Handelsformen

Rundholz, ab 30 cm aufwärts; Schnittholz, parallel besäumt; Furniere, gemessert

Eigenschaften

Aufgrund des nur wenig höheren, um 0,58 g/cm3 schwankenden Darrgewichtes und der strukturellen Übereinstimmungen entsprechen alle Verarbeitungseigenschaften weitgehend denen von schweren Qualitäten des europäischen Kirschbaumes bzw. auch den aus gleicher Gattung stammenden Zwetschgen- und Pflaumenhölzern.

Gewicht frisch 800-900 kg/m³
Gewicht darrtrocken 650-700 kg/m³
Druckfestigkeit u12-15 50-55 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15 100-110 N/mm²

Verwendungsbereiche

Als Vollholz (in den USA) für Möbel (besonders Sitzmöbel), Schiffseinrichtungen, Ziergegenstände, Drechslerarbeiten, Schnitzereien, Druckplatte einschließlich Galvanotypie; als Furnier wie europäischer Kirschbaum für Möbel und Vertäfelungen, auch mahagonifarbig gebeizt.

Austauschhölzer

Der Austausch für Kirschbaumholz erfolgt als Furnier sowie als Vollholz mehr nach optischen als nach technischen Gesichtspunkten. Aus diesem Grunde werden als Austauschhölzer besonders hellfarbige Holzarten mit deutlichen Zuwachszonen-Kontrasten bevorzugt verwendet, die bedarfsweise dem Kirschbaum farblich angepaßt sind. So ist es auch kein Zufall, daß die Kirschbaum-Austauschhölzer u. a. Arten enthalten, die bei entsprechender Einfärbung auch als Nußbaum-Austauschhölzer verwendet werden. Die Verwendung von Austauschhölzern als Vollholz betrifft vor allem Möbelteile, wie Vorleimer, Lisenen, Füße oder Sockelteile.

Literatur

Anonymus: DIN 4076/I
Dahms, K.-G.: Kirschbaum. Holz- und Kunststoff, 1. 1981.
Farmer, R. H.: Handbook of Hard-woods. Dep. Environment, London 1972.
Gatchwell, C. I.: Black Cherry. US Dep. Agric., FS-229, 1971.
Gottwald, H.; Schwab, E.; Willeitner, H.: Lenga. Holzeigenschaftstafel. Holz als Roh- u. Werkstoff, Bd. 40, 1982.
Gottwald, H.: Handelshölzer. Hamburg 1958.
Record, S. J.; Hess, R.W.: Timbers of the New World. New Haven/USA, 1949.
Plank, M. E.: RedAlder. US Dep. Agric, FS-215, 1971.
Kennedy, S. I.: Strength and related Properties of Woods grown in Canada. Dep. For. Pub. Ottawa, No. 1104, 1965.
Anonymus: Important Trees of Japan. Tokio 1949.

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